Die richtige Fütterung ist essenziell für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit deines Pferdes. Doch viele Besitzer überfüttern oder supplementieren ohne Notwendigkeit. In diesem Artikel erfährst du, was dein Pferd wirklich braucht, wie du den Futterbedarf berechnest und warum du ohne Blutbild vorsichtig mit Zusatzfuttermitteln sein solltest.
Der Erhaltungsbedarf deines Pferdes
Jedes Pferd hat einen individuellen Erhaltungsbedarf, der von Faktoren wie Gewicht, Alter, Haltung und Arbeitsbelastung abhängt. Grundsätzlich besteht der Hauptbestandteil der Pferdefütterung aus qualitativ hochwertigem Raufutter – also Heu oder Heulage.
Ein gesundes Pferd benötigt etwa 1,5 bis 2 kg Heu pro 100 kg Körpergewicht täglich. Das bedeutet für:
- Ein Pony (ca. 300 kg) etwa 4,5 – 6 kg Heu pro Tag
- Ein Warmblut (ca. 600 kg) etwa 9 – 12 kg Heu pro Tag
Kraftfutter ist oft überbewertet und sollte nur bei erhöhtem Energiebedarf, beispielsweise bei Sportpferden oder laktierenden Stuten, gezielt eingesetzt werden. Auch der Zugang zu ausreichend Mineralstoffen und Spurenelementen ist essenziell – jedoch sollte hier gezielt nach Blutbild entschieden werden, um eine Überversorgung zu vermeiden.
Vorsicht bei Supplementen – Ohne Blutbild keine Experimente!
Viele Pferdebesitzer greifen vorschnell zu Vitamin- und Mineralstoffpräparaten, ohne zu wissen, ob ihr Pferd diese überhaupt braucht. Doch eine Überversorgung kann genauso schädlich sein wie ein Mangel. Beispielsweise kann ein Zuviel an Selen oder Vitamin A ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen.
Meine Empfehlung: Einmal im Jahr ein großes Blutbild und eine Kotprobe analysieren lassen. Ein Heilpraktiker oder Tierarzt kann anhand der Werte genau bestimmen, welche Nährstoffe wirklich fehlen – und welche nicht!
Achtung: Zucker in Futtermitteln
Viele handelsübliche Futtermittel enthalten einen hohen Anteil an Zucker. Zwar wird Zucker von Pferden gerne gefressen, doch er kann entzündliche Prozesse im Körper fördern und zu Stoffwechselproblemen führen. Daher ist es wichtig, die Inhaltsstoffe genau zu überprüfen. Es gibt gute und schlechte Zuckerarten:
- Apfeltrester ist als natürlicher Süßstoff in Maßen unproblematisch.
- Melassehaltige Futtermittel sollten vermieden werden, insbesondere bei Pferden, die anfällig für Entzündungen oder Stoffwechselstörungen sind.
Meine Empfehlung: Immer genau prüfen, ob das Pferd das Zusatzfutter wirklich benötigt, bevor man zuckerhaltige Produkte einsetzt!
Öl in der Pferdefütterung – Weniger ist mehr!
Oft wird Öl als Energiequelle oder zur Unterstützung von Haut und Fell gefüttert. Doch Pferde können größere Mengen Öl gar nicht verwerten, da ihnen die Gallenblase fehlt. Sie sind darauf angewiesen, dass die Leber die Fettverdauung übernimmt, was jedoch nur in begrenztem Umfang möglich ist.
Maximal eine Handvoll Samen (z. B. Leinsamen, Sonnenblumenkerne) statt reines Öl! Dies liefert essenzielle Fettsäuren, ohne den Verdauungstrakt zu belasten. Mehr dazu findest du in meinem separaten Blogartikel zur Ölfütterung bei Pferden.
Wie berechnet man den Futterbedarf von Ponys und Pferden?
Der tägliche Futterbedarf lässt sich anhand folgender Faustformeln berechnen:
- Raufutter (Heu, Heulage): 1,5 – 2 kg pro 100 kg Körpergewicht
- Kraftfutter: Nur bei erhöhtem Bedarf, individuell anpassen
- Mineralfutter: Nur nach Blutbild und in Absprache mit einem Experten
Ein Beispiel für die Berechnung: Ein Warmblut mit 600 kg Körpergewicht benötigt etwa 9 bis 12 kg Heu pro Tag. Arbeitet es intensiv, kann zusätzlich Kraftfutter in moderater Menge zugefüttert werden.
Individuelle Futtermittelberatung für dein Pferd
Jedes Pferd hat unterschiedliche Bedürfnisse, und eine pauschale Fütterungsempfehlung kann nie für alle Pferde gleichermaßen gelten. Deshalb biete ich eine individuelle Futtermittelberatung an, in der ich genau berechne, was dein Pferd wirklich braucht. Basierend auf einer ausführlichen Anamnese, Blutbildern und Kotanalysen erstelle ich einen maßgeschneiderten Fütterungsplan, um Mängel zu vermeiden und die bestmögliche Versorgung sicherzustellen.
Häufige Fütterungsfehler und ihre Folgen:
- Zu wenig Raufutter kann zu Verdauungsstörungen, Magengeschwüren und Langeweile führen.
- Zu viel Kraftfutter kann Koliken, Hufrehe und Stoffwechselstörungen begünstigen.
- Unkontrollierte Supplementierung führt oft zu einem Ungleichgewicht von Nährstoffen.
- Zu viel Zucker im Futter kann Entzündungen fördern und den Stoffwechsel belasten.
- Zu wenig Struktur in der Fütterung kann Stress und Verdauungsprobleme verursachen.
Fazit: Weniger ist oft mehr!
Pferde brauchen keine aufwendigen Futterpläne mit zig Zusatzstoffen. Eine hochwertige Grundversorgung mit gutem Heu, gezielter Supplementierung nach Blutbild und eine individuelle Anpassung des Futterplans reicht in den meisten Fällen völlig aus.
Hast du Fragen zur Fütterung oder möchtest eine maßgeschneiderte Futterberatung für dein Pferd? Dann schreib mir gerne!

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